Hentes Budapest: Meine 9 liebsten Metzgereien-Imbisse, getestet und durchprobiert
Auf dieser Seite
- Was ist überhaupt ein “Hentes”?
- Was auf der Theke liegt
- Die 9 Hentes-Adressen auf einen Blick
- 1. Belvárosi Disznótoros: die Downtown-Institution
- 2. Pinczi Hús-Hentesáru: Nyugati-Nostalgie seit über 30 Jahren
- 3. Ica mama húsboltja: Omas Küche in Újbuda
- 4. Cintányéros: Weinbar mit Hentes-Seele im 8. Bezirk
- 5. Buja Disznó-k: der wiedergeborene Schnitzelkönig
- 6. Hentes Falatozója: die versteckte Perle für den großen Hunger
- 7. Csirke Csibész: der Hähnchen-Spezialist
- 8. Ételbár a Harminckettesek terén: Józsefváros pur
- 9. Lacikonyha: Zeitreise nach Alt-Óbuda
- Und dann noch die Markthallen-Metzger
- Hentes-FAQ
- Wie läuft ein typisches Hentes-Essen ab?
- Muss ich Ungarisch sprechen?
- Zahlt man meist nur bar?
- Wie groß sind die Portionen?
- Gibt’s vegetarische Optionen?
- Wann ist die beste Besuchszeit?
- Was kostet ein Hentes-Essen?
- Fazit: geh los und iss wie ein Budapester
Wer in Budapest für den Preis eines Kaffees mit Kuchen essen will wie ein Einheimischer, sucht sich einen hentes: eine Metzgerei, die auch kocht. Wurst, Hurka und Schweinebraten auf einem Papptablett, mit Brot und Essiggurken, für 2.000 bis 4.500 Forint, ganz ohne Tischtuch. Meine neun Favoriten stehen unten. Wenn’s nur für einen reicht: Belvárosi Disznótoros im Zentrum für die volle disznótoros-Ladung, oder Buja Disznó-k in Buda für das beste Schnitzel der Stadt.
Dieser Geruch, gegrillte kolbász, Rauch, Senf, katapultiert mich direkt zurück in die Kindheit. Ein richtiger hentes ist ein Grundpfeiler dessen, wie wir hier tatsächlich essen: schnörkellos als Ehrensache, der Fokus voll auf herzhaftem, unkompliziertem, ernsthaft gutem Fleisch.
Ungarische Würste auf einem Open-Air-Markt im Burgviertel, exemplarisch für Hentes-Küche, kein Foto eines bestimmten Ladens dieser Liste. Globetrotter19, CC BY-SA 3.0, verkleinert, via Wikimedia Commons.
Was ist überhaupt ein “Hentes”?
Ein Hentes (sprich “hen-tesch”) ist im Kern eine Metzgerei. In Budapest führen viele davon aber eine Doppelidentität als falatozó (Imbiss) oder pecsenyesütő (Bratereibude), Ungarns Antwort auf Streetfood, mit einer Geschichte über Generationen. Auf der Theke: frisch gegrillte Wurst (sült kolbász), Leberwurst (májas hurka) und Blutwurst (véres hurka), saftiger Schweinebraten (pecsenye) und oft ein Tagesgericht, das schmeckt, als käme es direkt von der Großmutter. Viele Gerichte gehen auf die Tradition der disznótoros (Schweineschlachtfeste auf dem Land) zurück.
Was auf der Theke liegt
Kolbász (Wurst): der unangefochtene König. Cserkész Kolbász (würzige Trockenwurst), Csabai und Gyulai Kolbász (geschützte Regionalspezialitäten mit viel Paprika), Debreceni Kolbász (leicht geräuchert, gekocht oder gebraten) und Füstölt Kolbász (geräuchert, ideal für Lecsó oder Krumplis tészta).
Gyulai kolbász, eine der namensgeschützten ungarischen Wurstsorten, ein generisches Motiv, keinem bestimmten Laden dieser Liste zugeordnet. jeffreyw, CC BY 2.0, verkleinert, via Wikimedia Commons.
Szálámi: Pick und Herz sind die bekannten Marken, viele Hentesek führen aber eigene oder lokal bezogene Salami, allen voran den klassischen téli szalámi (Wintersalami).
Füstölt húsok (Geräuchertes): füstölt sonka (Räucherschinken, mit oder ohne Knochen) und füstölt szalonna (Räucherspeck, etwa kolozsvári oder erdélyi szalonna), roh mit roter Zwiebel und Brot, oder zum Kochen und Auslassen.
Hurka: véres hurka (Blutwurst aus Schweineblut, Reis, Gewürzen) und májas hurka (Leberwurst mit Schweineleber, Reis, Gewürzen), beide meist knusprig gebacken, mit Sauerkraut oder Kartoffelpüree serviert.
Disznósajt (Presskopf): aus verschiedenen Teilen von Kopf und Innereien, dünn geschnitten mit Brot, roter Zwiebel und Paprikapulver am besten.
Kenőmájas / Májkrém: streichfähige Leberpasteten, weniger raffiniert als die französische Variante, genauso köstlich.
Tepertő (Grieben): knusprige Schweinefett-Nuggets, süchtig machend pur, oder über Salat und Suppe gestreut.
Zum Sofortessen: főtt virsli oder páros kolbász (gekochte Würstchen mit Senf und Weißbrot), sült kolbász/hurka (frisch aus dem Ofen, mit kovászos uborka oder Sauerkraut) und tepertős pogácsa (Grieben-Pogatschen, perfekt zum Kaffee).
Vergiss die Touristenfallen mit “AUTHENTIC GOULASH” in Neonschrift und aufgeblähten Preisen. Ich habe Jahre (und ein kleines Vermögen in Forint) durch die Esslandschaft dieser Stadt gearbeitet, und hier stehen die Adressen, wo Einheimische wirklich essen, kein Fluff, nur Geschmack.
Die 9 Hentes-Adressen auf einen Blick
| Hentes | Bezirk | Muss-man-probieren | Preisklasse (HUF) | Mein Tipp |
|---|---|---|---|---|
| Belvárosi Disznótoros | V / VII | Kolbász (bes. Mangalica), Hurka, Essiggurken | 900-4.000 HUF | Király utca wird voll, Bestellung und Preise vorher klären. |
| Pinczi Hús-Hentesáru | VI | Sült Hurka/Kolbász, Almapaprika | 1.500-2.500 HUF | Wenig Sitzplätze, perfekt zum Essen vom Papptablett im Stehen. |
| Ica mama húsboltja | XI | Tagesbraten, hausgemachte Essiggurken | günstig, keine feste Preisliste | Echtes Nachbarschaftsflair, wenig Englisch, viele Arbeiter und Rentner. |
| Cintányéros | VIII | Fleisch-/Käseplatten, Debreceni, Wein | 3.000-5.000 HUF | Eher Weinbar in charmant morbidem Gebäude, öffnet später. |
| Buja Disznó-k | II (Fény u.) | Rántott Hús, Rántott Disznófül | 1.500-2.400 HUF | Schlangen erwarten, bes. Fr/Sa, wenn Chefkoch Bíró selbst kocht. |
| Hentes Falatozója | VI | Kolbász-/Hurka-Mix, Disznótoros-Teller | 2.390-4.990 HUF | Versteckte Perle mit Karo-Tischdecken, knappe Werktagsöffnungszeiten. |
| Csirke Csibész | XIII / VI | Frittierte Hähnchensandwiches (Kaiser-Semmel-Kombi!) | 1.650-3.700 HUF | Günstiger, schneller Hähnchen-Fix, bes. spätabends auf der Nagymező utca. |
| Ételbár a Harminckettesek terén | VIII | Klassisch gekochtes Fleisch, Würste | ab ~1.000 HUF | Sehr lokal, gute Preise, Essen kann traditionell salzig sein. |
| Lacikonyha (Óbuda) | III | Rablóhús, Pecsenye, Rántott Máj (50-Jahre-Hurka-Rezept!) | 1.990-5.990 HUF | Authentisches Óbuda-Flair, am besten frisch vor Ort essen. |
1. Belvárosi Disznótoros: die Downtown-Institution
Zwei Standorte mitten im Zentrum, Király utca und Károlyi utca, Selbstbedienung im Kantinen-Stil: Fleisch an der Theke bestellen, grillen lassen, Beilagen holen, zahlen. Der sült kolbász ist der Klassiker, aber die Hurka (Leber- oder Blutwurst) lohnt genauso, am besten als gemischter Teller, ein Ort, der ein Stück ländliche Gastronomie mitten in den Trubel Budapests schmuggelt. Mein Tipp: nach Mangalica-Wurst fragen, der besonderen ungarischen Schweinerasse mit intensivem Fleischgeschmack, dazu csalamádé (Mixed Pickles) oder kovászos uborka (Gärgurke) und eine Scheibe frisches Weißbrot, nicht verhandelbar.
Sehr fair fürs Zentrum: mariniertes Hähnchen ab 900 HUF pro 10 dkg, ein kolbász-hurka-Kombi um die 1.500 HUF, Rindermedaillons bis rund 3.300 HUF. Selbst ein gemischter Teller mit Beilagen bleibt bequem unter 4.000 HUF. Die Filiale in der Király utca wird zur Mittagszeit voll, frag im Zweifel nach einer aufgeschlüsselten Rechnung, gerade bei Artikeln ohne sichtbares Preisschild. Károlyi utca ist meist ruhiger.
Adresse: belvarosidisznotoros.hu · Király utca 1/d (Mo-Mi 11-20, Do 11-21, Fr 11-22, Sa 12-22, So 12-20 Uhr) · Károlyi Mihály utca 17 (Mo-Fr 11-18, Sa 11-17 Uhr).
2. Pinczi Hús-Hentesáru: Nyugati-Nostalgie seit über 30 Jahren
Auf der Teréz körút, ein paar Minuten vom Nyugati pályaudvar, seit über drei Jahrzehnten praktisch unverändert, einer jener Orte, die viele Reiseführer schlicht übersehen, Einheimische aber genau deswegen lieben. Sült hurka und sült kolbász kommen auf einem simplen Papptablett, dazu manchmal roppanós virsli (knackige Würstchen), gelegentlich rablóhús (Fleischspieße, wörtlich “Räuberfleisch”) und immer ecetes almapaprika (eingelegte Apfelpaprika) und Brot. Es hat etwas eigenartig Befriedigendes, diese einfachen, köstlichen Fleischgerichte hier stehend vom Papptablett zu essen.
Eine sättigende Portion bleibt meist bei 1.500-2.500 HUF. Der Laden ist klein, bei Andrang wird gestanden oder mitgenommen, das Angebot ist rein auf Fleisch fokussiert, keine ausgefeilte Speisekarte erwarten.
Adresse: Facebook · Teréz körút 60 · Mo-Fr 7-16, Sa 7-12 Uhr.
3. Ica mama húsboltja: Omas Küche in Újbuda
Auf der zunehmend angesagten Bartók Béla út auf der Budaer Seite, klein, familiär, mit ein paar Stehtischen. Die Tagesbraten sind die Stärke des Hauses, dazu die klassischen Würste (hurka und kolbász) und immer frisches Brot mit köstlichen hausgemachten Essiggurken, die die einfachen Gerichte richtig aufwerten. Die Stimmung fühlt sich an wie vor dem Tourismusboom, ein Ausländer ist hier fast eine Kuriosität. Du isst neben Bauarbeitern, Büroangestellten und Rentnern, Englisch ist eher selten, ein Lächeln und Zeigen reichen.
Adresse: Facebook · Bartók Béla út 64 · Tel. +36 30 458 1004 oder +36 1 361 1907 · Mo-Fr 8-18, Sa 8-13 Uhr.
4. Cintányéros: Weinbar mit Hentes-Seele im 8. Bezirk
Auf einer leicht heruntergekommenen Straßenecke im VIII. Bezirk, Backstein, gute Musik, eine coole Crowd oft mit Musikern und ein altes Klavier, das jeder spielen darf, ein Paradebeispiel für den aufstrebenden 8. Bezirk. Käse- und Fleischplatten mit sorgfältig ausgewählten ungarischen Spezialitäten, dazu Kolbász und, wenn verfügbar, grillezett debreceni (gegrillte Debreziner) mit csalamádé, Meerrettich und pikantem Dijon-Senf. Dazu ein Glas Balaton-Wein aus der Karte.
Ein Teller plus Wein liegt bei rund 3.000-5.000 HUF pro Person, Wein im Dezi 500-900 HUF. Das hier ist eher Weinbar (borozó) mit ernsthaftem Essen als klassischer Stehimbiss, ein Ort zum Verweilen, perfekt für einen Abend mit Freunden. Entsprechend öffnet der Laden erst später, vor allem samstags.
Adresse: Facebook · Bókay János utca 52 · Mo-Fr 10-24, Sa 17-24 Uhr, sonntags zu.
5. Buja Disznó-k: der wiedergeborene Schnitzelkönig
Küchenchef Lajos Bíró ist eine Legende der Budapester Marktgastronomie, inzwischen mit seinem Stand in der Fény utcai Piac auf der Budaer Seite (früher Hold utca). Der rántott hús, das Wiener Schnitzel, ist der Star, riesig, perfekt paniert, über Monate austariert, für viele das beste der Stadt. Für Mutige: rántott disznófül (frittiertes Schweineohr, überraschend gut und sättigend) oder szalontüdő (Lungenragout). Dazu majonézes krumplisaláta (Kartoffelsalat mit Mayonnaise) oder céklasaláta (Rote-Bete-Salat), freitags oft Sólet (Cholent).
Ein Hauptgericht mit Beilage kostet 2.300-2.400 HUF, Beilagen und Essiggurken rund 450 HUF, die bekannte vietnamesische Leberklößchensuppe etwa 1.500 HUF. Erwarte Warteschlangen, besonders freitags und samstags, wenn Bíró selbst am Herd steht, also plane 10 Minuten oder mehr ein. Und ja, du duftest danach vielleicht leicht nach deinem köstlichen Schweinebraten-Lunch, ein kleiner Preis.
Adresse: Facebook · Fény utcai Piac, Lövőház utca 12 (frühere Adresse: Hold utca 13) · Mo 11:30-16:30, Di-Fr 11:30-17:30, Sa 11:30-15:30 Uhr (das waren die Hold-utca-Zeiten, in der Fény utca ggf. leicht abweichend).
6. Hentes Falatozója: die versteckte Perle für den großen Hunger
Auf der Szondi utca, mit Karo-Tischdecken und einem Eintrag in András Töröks bekanntem Budapest-Reiseführer, kein kleines Kompliment. Der sült kolbász mix (2.390 HUF) kommt mit Brot und Senf, der hurka mix (3.490 HUF) überzeugt genauso, und für den großen Hunger gibt’s den Disznótoros tál (Schlachtplatte, 4.990 HUF) mit geschmortem Rotkohl oder Sauerkraut. Dazu tägliche Mittagsangebote.
Die Öffnungszeiten sind knapp bemessen, werktags bis maximal 16:30 Uhr, freitags nur bis 14 Uhr, am Wochenende komplett geschlossen. Für einen Werktags-Lunch oder ein frühes Abendessen einplanen.
Adresse: hentesfalatozo.hu · Szondi utca 94 · Mo-Do 8-16:30, Fr 8-14 Uhr, Sa-So zu.
7. Csirke Csibész: der Hähnchen-Spezialist
Zwei Standorte, in der Galerie der belebten Lehel Csarnok und auf der Nagymező utca, dem “Broadway von Budapest”. Das rántott csibemell filé (paniertes Hähnchenbrustfilet) im császár zsemle (Kaiser-Semmel) mit Gurke, Tomate, Zwiebel und einem Stück gebratener Leber, mein Tipp, kostet rund 1.850-2.050 HUF. Dazu gibt’s gegrillte Hähnchensandwiches und Hähnchenteile (Schenkel, Flügel, Brust) nach Gewicht, mit Pommes und Zwiebelringen als Beilage.
Sandwiches liegen meist zwischen 1.650 und 2.200 HUF, Menüs mit Pommes und Getränk bei 2.600-3.700 HUF. Fast-Food-Tempo, keine Ansprüche, einfach gutes, knuspriges Hähnchen. Die Filiale in der Lehel-Markthalle kann im Trubel chaotisch werden, die an der Nagymező utca ist praktisch für einen späten Snack vor oder nach dem Theater, samstags sogar bis in die Nacht geöffnet.
Adresse: csirkecsibesz.hu · Facebook · Lehel Csarnok, Váci út 9-15 (Mo-Fr 6:30-18, Sa 6:30-14 Uhr) · Nagymező utca 35 (Mo-Mi 7:30-19, Do-Fr 7:30-17, Sa 7:30-14 und 18:30-5 Uhr).
8. Ételbár a Harminckettesek terén: Józsefváros pur
Halb Metzgerei, halb Kantine, am Harminckettesek tere im VIII. Bezirk. Klassisch gekochtes Fleisch und Würste, sült kolbász, frissensültek (frisch Gebratenes wie Schnitzel oder Kotelett), dazu Tagesangebote rund um Főzelék (Gemüseeintopf) zu niedrigeren Preisen. Lokale Empfehlungen nennen Fleischgerichte oft um 1.000 HUF, gepriesen für “elfogadható árak”, akzeptable Preise. Der Ton ist direkt, kaum Englisch, iss und geh, keine Extras. Eine Onlinebewertung merkte an, das Essen könne etwas salzig (“sós ízű”) sein, bei salzsensiblem Gaumen also ein Glas Wasser bereithalten.
Adresse: Harminckettesek tere 4 (Öffnungszeiten und eine eigene Facebook-Seite waren nicht klar auffindbar, manche Einträge zur Adresse verweisen auf andere Lokale).
9. Lacikonyha: Zeitreise nach Alt-Óbuda
Seit rund 40 Jahren kocht dieselbe Köchin auf der Reményi Ede utca klassisch ungarisch, familiär bis ins Detail, eine der “sicheren Adressen” für pecsenye laut Nosalty. Rántott máj (panierte Leber, 20 dkg, 2.390 HUF), rántott csirkecomb (Hähnchenkeule, 1.990 HUF pro Stück), májas hurka nach einem 50 Jahre alten Rezept (ca. 18 dkg, 2.390 HUF) und pecsenye (im eigenen Fett gebratener Schweinebauch, 20 dkg, 2.390 HUF) gehören zu den Klassikern. Die Spezialität ist rablóhús (“Räuberfleisch”, ein saftiger Schmorbraten aus Schweinebauch, 20 dkg, 2.390 HUF). Brot kostet 180 HUF pro Scheibe, dazu kovászos uborka, und wer richtig Hunger hat, nimmt das Kolbász-Menü (1 Wurst, Brot, Senf, Kirschpaprika, 2.990 HUF).
Die meisten Einzelgerichte liegen bei 1.990-2.390 HUF, Set-Menüs zwischen 2.990 und 5.990 HUF (das “Éhes vagyok”, “Ich habe Hunger”, ist ein Festmahl). Etwas außerhalb in Óbuda (III. Bezirk) gelegen, aber die Fahrt lohnt sich für die Authentizität. Am besten vor Ort essen, frisch schmeckt es am besten.
Adresse: Reményi Ede utca 3 · Mo 7:30-19:30, Di-Mi 7-19:30, Do-Fr 7-15:30 Uhr (Liefer-App-Zeiten, vor Ort ggf. abweichend).
Und dann noch die Markthallen-Metzger
Manche der besten Hentes-Erlebnisse sind keine eigenen Läden, sondern Stände in Budapests pulsierenden Markthallen. Der halbe Spaß ist, durch die Halle zu ziehen, die Atmosphäre aufzusaugen und sich dann mit einem herzhaften, fleischigen Mittagessen zu belohnen.
Nagyvásárcsarnok (Große Markthalle, Fővám tér): Touristisch und oft überlaufen, ein paar Stände im Obergeschoss sind teuer, aber die Metzger im Erdgeschoss liefern noch echte Ware. Mein Tipp: der Stand von Gál József, bekannt für T-Bone, Kalbsbries und Mangalica, manche halten auch vorgekochte Sachen bereit. Erwarte Gedränge und höhere Preise als in Nachbarschafts-Hentesek, Kartenzahlung ist an manchen Erdgeschoss-Ständen unsicher.
Fény utcai piac (Buda): Neben Buja Disznó-k gibt’s hier weitere sehenswerte Metzger, etwa Hungarikum Hússzaküzlet mit Mangalica und ungarischem Graurind. Meist Rohfleisch, aber viele Marktmetzger halten eine kleine Auswahl an Fertigware wie Würste bereit. Die Halle ist gut mit Spezialzutaten bestückt. Manche Stände nur gegen Bargeld, samstagvormittags besonders voll.
Klauzál téri Vásárcsarnok (VII. Bezirk): Frisch renoviert und auf dem Weg zum Foodie-Ziel. Hús Specialista fokussiert auf Premiumfleisch (Steaks, eigene Porchetta) und betreibt sogar einen Dry-Ager, das Hauptgeschäft ist Rohfleisch für Restaurants und Handel. Das Angebot an heißer Fertigware ist hier noch dünner als bei den etablierten Falatozók. Geöffnet Mo-Sa 6:30-21, So 7-18 Uhr.
Lehel Csarnok (XIII. Bezirk): Markante, umstrittene Schiffsarchitektur, die viele Einheimische trotzdem für ihren Charakter lieben. Neben Csirke Csibész im Obergeschoss gibt’s im Erdgeschoss zahlreiche klassische Metzger, als guter Stand wurde etwa Lumi Bt. genannt. Die Gegend um den Lehel tér wirkt streckenweise rau, die Markthalle selbst bleibt trotzdem eine geschätzte Institution, für viele eine der besten der Stadt.
Hentes-FAQ
Wie läuft ein typisches Hentes-Essen ab?
Herzhaft, schnörkellos, meist auf Papp- oder Plastikteller: dein gewähltes Fleisch, gegrillte Wurst, Blut- oder Leberwurst oder Schweinebraten, eine Scheibe Weißbrot (fester Bestandteil), dazu reichlich Senf und Essiggurken. Kein Fine Dining, aber sehr sättigend, ein Grundpfeiler ungarischer Street-Food-Kultur. Gegessen wird meist stehend am Tresen, Ellbogen an Ellbogen mit Einheimischen.
Muss ich Ungarisch sprechen?
In zentralen, touristennahen Adressen wie Belvárosi Disznótoros kommst du mit Englisch durch. In kleineren Nachbarschafts-Hentesek eher weniger, aber Zeigen und ein freundliches Lächeln wirken Wunder. Ein paar Grundphrasen helfen: kérek egy… (ich hätte gern…) und köszönöm (danke).
Zahlt man meist nur bar?
Viele traditionelle und kleinere Hentesek, besonders in Markthallen, bevorzugen oder verlangen Bargeld. Forint einstecken lohnt sich immer. Neuere oder touristennahe Adressen akzeptieren eher Karten.
Wie groß sind die Portionen?
Großzügig und darauf ausgelegt, dich satt zu machen, du wirst nicht hungrig gehen. Lajos Bírós Adressen wie Buja Disznó-k sind für besonders große Portionen bekannt.
Gibt’s vegetarische Optionen?
Kaum. Ein Hentes ist von Natur aus ein Tempel des Fleisches. Höchstens eine Portion Essiggurken oder gelegentlich rántott sajt (panierter Käse), das Hauptprogramm bleibt eindeutig fleischlastig.
Wann ist die beste Besuchszeit?
Mittagszeit ist Stoßzeit, Einheimische steuern die Hentesek in ihrer Pause an. Für weniger Andrang kurz vor 12 oder nach 14 Uhr kommen. Manche, wie Hentes Falatozója, öffnen sogar zum Frühstück.
Was kostet ein Hentes-Essen?
Eine der günstigsten Arten, in Budapest gut zu essen. Ein herzhafter Wurstteller mit Brot und Essiggurken kostet 2.000-4.500 HUF (rund 5-12 Euro), einfachere oder kleinere Portionen auch weniger. Unter 4.000 HUF ist ein sättigendes Essen problemlos drin.
Fazit: geh los und iss wie ein Budapester
Der Streifzug durch Budapests Hentes-Szene ist mehr als eine günstige Mahlzeit, es ist ein Stück gelebte Kulinarik-Tradition, über Generationen weitergegeben, neben Einheimischen genossen statt an ihnen vorbei. Weg von der Hauptflaniermeile, sei ein bisschen abenteuerlustig, und tauch ein in die Welt der Budapester Hentesek: Zunge und Geldbeutel werden es dir danken.
Jó étvágyat! (Guten Appetit!)
Buchen statt anstehen


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