Kostenlos in Budapest: Die Basilika kassiert seit Dezember, die Fischerbastei nur tagsüber

Zuletzt aktualisiert: 2026-08-18·8 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite
  1. 📋 Auf einen Blick
  2. Der beste Blick der Stadt ist zweimal am Tag umsonst
  3. Drei Tage im Jahr, an denen alles frei ist
  4. Der Klassiker, der leise aufgehört hat, gratis zu sein
  5. Der Festungspark, für den niemand kassiert
  6. Frei, ohne Kleingedrucktes
  7. Als gratis gelistet, und es ist keins davon
  8. So baust du einen Tag daraus

Seit dem 1. Dezember 2025 verkauft die Stephansbasilika Eintrittskarten, und zwar an jeden, der hineinwill. Auf etlichen Gratis-Listen steht sie trotzdem weiter, meist mit dem Zusatz, eine kleine Spende sei gern gesehen. Mit 500 Forint in der Hand kommst du dort inzwischen nicht mehr weit.

Der zweite Fehler dieser Listen ist leiser und kostet dich häufiger etwas: Bei der Fischerbastei hängt der Preis nicht am Ort, sondern an der Uhrzeit. Wer um zwei Uhr nachmittags kommt, zahlt. Wer um acht Uhr morgens kommt, zahlt nichts, für exakt dieselben Türme.

📋 Auf einen Blick

Ort Was er kostet
🏰 Fischerbastei, untere Terrassen Immer frei, rund um die Uhr
🎟️ Fischerbastei, obere Türme 1.700 Ft, im Sommer aber nur von 9 bis 21 Uhr
⛪ Stephansbasilika Ab 2.600 Ft, die Spendenbox war gestern
🌳 Festungspark auf dem Gellértberg Frei, im Sommer bis Mitternacht offen
🖼️ Ausstellung in der Zitadelle 4.900 Ft, eine eigene Entscheidung
🚢 Donaurundfahrt Rund 20 € tagsüber, rund 25 € abends
🏊 Széchenyi-Bad 13.200 bis 15.800 Ft für den Tag

Die Preise stehen in HUF, das zahlst du auch an der Kasse. Umgerechnet mit 1 EUR = 364 HUF, EZB-Kurs vom 6. August 2026. Der Kurs schwankt, die umgerechneten Beträge sind also Richtwerte.

Der beste Blick der Stadt ist zweimal am Tag umsonst

Die Prachttreppe hinauf zur unteren Terrasse der Fischerbastei in Budapest, dahinter der Turm der Matthiaskirche Foto: Veronika Szappanos, CC BY-SA 4.0. Die Prachttreppe und die untere Terrasse, zu jeder Stunde kostenlos. Der Turm dahinter gehört zur Matthiaskirche, einem eigenen und kostenpflichtigen Gebäude.

Die Fischerbastei besteht aus zwei Hälften, und die werden unterschiedlich abgerechnet.

Die unteren Terrassen, die Balkone und der lange Zug an Treppen am Hang, rund 140 Meter davon, sind ganzjährig zu jeder Stunde frei. Dort entsteht der Blick, den fast jeder schon gesehen hat. Kontrolliert wird da nichts und wurde da nie etwas.

Die oberen Türme und die oberen Terrassen kosten 1.700 Ft für Erwachsene, rund 5 EUR, und hier lohnt sich das Kleingedruckte, weil die Kasse eben nicht durchgehend besetzt ist.

Zeitraum Stunden, in denen du ein Ticket brauchst
1. Juni bis 30. September 9 bis 21 Uhr
2. Januar bis 31. Mai 9 bis 19 Uhr
1. Oktober bis 23. Dezember 9 bis 19 Uhr

Außerhalb dieser Fenster gilt die Ansage des Betreibers: Der Besuch der Fischerbastei ist frei, untere wie obere Türme und Terrassen.

Im August heißt das, die oberen Türme kosten vor 9 Uhr nichts und nach 21 Uhr nichts. Sonnenaufgang auf der Bastei ist gratis, und es ist gleichzeitig die Stunde, in der die Arkaden leer sind und das Licht über Pest auf dich zukommt, statt dir vom Fluss ins Objektiv zu knallen. Die teuren Stunden und die schlechten Stunden sind dieselben. Wer lieber abends kommt, findet die Bastei auch in unserer Übersicht der besten Sonnenuntergang-Spots wieder, dort allerdings mit Konkurrenz.

Studierende mit Ausweis, Kinder zwischen 6 und 14 mit Ausweis und Senioren aus der EU zahlen die Hälfte. Kinder unter sechs kommen zu jeder Stunde frei hinein, ebenso Besucher mit Behinderung samt einer Begleitperson.

Drei Tage im Jahr, an denen alles frei ist

Am 15. März, am 20. August und am 23. Oktober verlangt die Fischerbastei überhaupt nichts, dazu in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr. Fällt dein Aufenthalt auf den 20. August, bekommst du die Türme an genau dem Tag umsonst, an dem die Stadt abends ihr Feuerwerk startet.

Der Klassiker, der leise aufgehört hat, gratis zu sein

Die Stephansbasilika ist der Eintrag, bei dem eine Korrektur am meisten wert ist, weil es hier um kein Trinkgeld geht und der Irrtum sich hartnäckig hält.

Kassiert wird seit dem 1. Dezember 2025. Der Betreiber formuliert es unmissverständlich: Jeder Einzel- und Gruppenbesucher muss eine Eintrittskarte kaufen, kontrolliert wird sie am Eingang.

Ticket Erwachsene Studierende, unter 18, Senioren mit Ausweis
Kirchenraum 2.600 Ft 2.000 Ft
Panoramaterrasse und Schatzkammer 5.000 Ft 4.000 Ft
Kombiticket 6.800 Ft 5.500 Ft

Kinder unter sechs kommen frei hinein. Ein Familienticket für zwei Erwachsene und zwei Kinder unter 12 kostet 7.300 Ft für den Kirchenraum und 20.400 Ft als Kombiticket. Ermäßigte Tickets bekommst du ausschließlich an der Kasse neben der Basilika, gegen Vorlage des Ausweises, der dich berechtigt.

Der Kirchenraum ist montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet und sonntags von 13 bis 18 Uhr. Terrasse und Schatzkammer laufen täglich von 9 bis 19 Uhr. Hochzeiten am Wochenende können den Kirchenraum für Besucher sperren, darauf weist der Betreiber selbst hin.

Wer mit ein paar hundert Forint und dem Plan anreist, die in eine Box zu werfen, steht am Ende an einem Ticketschalter. Für zwei Erwachsene sind das 5.200 Ft nur für den Innenraum, rund 14 EUR, und das gehört in die Tagesplanung statt in die Überraschungsecke.

Der Festungspark, für den niemand kassiert

Die Zitadelle auf dem Gellértberg war jahrelang eingezäunt und ist im April 2026 zurückgekommen. Für einen Tag ohne Ausgaben zählt vor allem eins: Der Park innerhalb der Festungsmauern, über 6.000 Quadratmeter, steht allen offen und kostet nichts.

Von April bis Oktober bleibt er bis Mitternacht offen, von November bis März bis 22 Uhr. Ein kostenloser Aussichtspunkt, der im August um Mitternacht noch auf hat, ist für eine Hauptstadt eine ungewöhnliche Sache.

Kostenpflichtig ist die Ausstellung im westlichen Geschützturm: 4.900 Ft für Erwachsene, 2.450 Ft für Studierende, Jugendliche und alle unter 26 sowie für Senioren zwischen 62 und 70. Sie läuft an den meisten Tagen von 10 bis 18 Uhr und freitags von 12 bis 20 Uhr. Unter 6-Jährige, über 70-Jährige und Besucher mit Behinderung samt einer Begleitperson gehen frei hinein.

Den ganzen Berg bekommst du ohne dieses Ticket, und die meisten machen es genau so. Der Rundblick über Donau und Brücken ist der Grund, hier hochzugehen, und der gehört dem Park, nicht der Ausstellung. Wie sich das mit der Freiheitsstatue und den Wegen oben verbindet, steht ausführlicher in unserem Guide zum Gellértberg.

Zwei Dinge vorweg, bevor du losgehst. Der Anstieg ist steil, steiler als er von unten wirkt, und wird in der Sommerhitze regelmäßig unterschätzt. Ein Bus fährt für den Preis eines normalen Fahrscheins hinauf und lässt dir ein kurzes Stück zu Fuß, wenn dir der ganze Weg zu viel ist. Und die Toiletten oben kosten Geld, was ein paar Münzen in der Tasche wert ist an einem Tag, der auf null Ausgaben ausgelegt ist.

Das Urteil für diesen Berg: hoch lohnt sich immer, das Ticket für die Ausstellung nur, wenn dich das Thema wirklich interessiert. Für die Aussicht brauchst du es nicht.

Frei, ohne Kleingedrucktes

Diese Orte kosten zu jeder Stunde nichts und brauchen keine Planung außer der Anreise.

Ort Wo
Margareteninsel Zu Fuß von der Margaretenbrücke oder der Árpádbrücke
Schuhe am Donauufer Pester Ufer in der Nähe des Parlaments
Donaupromenade Pester Seite, zwischen Kettenbrücke und Elisabethbrücke
Andrássy út und Heldenplatz VI. Bezirk, gerade Linie bis zum Stadtwäldchen
Stadtwäldchen Direkt hinter dem Heldenplatz
Kopaszi-gát XI. Bezirk, am Fluss, Straßenbahn 1 oder Bus 107 und 154
Erzsébet-kilátó Auf dem János-hegy, mit 527 m der höchste Punkt Budapests

Das Stadtwäldchen kannst du frei durchqueren, es ist zugleich die Stelle, an der die Grenze zwischen frei und kostenpflichtig die meisten erwischt: Mehrere Institutionen darin sind eigenständige Attraktionen mit eigenem Ticket. Der Park kostet nichts. Die Gebäude darin überwiegend schon.

Für die Donaupromenade lohnt sich die richtige Reihenfolge, sonst läufst du an der Hälfte vorbei. Die haben wir in unserem Spaziergang entlang der Donaupromenade sortiert.

Als gratis gelistet, und es ist keins davon

Jeder Punkt hier taucht auf irgendeiner Gratis-Liste auf. Frei ist nichts davon.

Attraktion Was es tatsächlich ist
Donau-Sightseeing-Rundfahrt Rund 20 € tagsüber, rund 25 € abends beim Hauptanbieter
Széchenyi-Bad 13.200 bis 15.800 Ft Tagesticket mit Schließfach, je nach Besuchstag
Stephansbasilika 2.600 Ft allein für den Kirchenraum
Matthiaskirche Kostenpflichtig
Große Synagoge in der Dohány utca Kostenpflichtig
Memento Park Kostenpflichtig
Palatinus auf der Margareteninsel Kostenpflichtig

Am weitesten verbreitet ist die Rundfahrt, meistens weil eine Städtekarte sie mitbringt. Eine mitgebuchte Fahrt ist vorausbezahlt und nicht gratis, und die Karte kostet ein Vielfaches des Bootes. Was die Fahrten unterscheidet und wann sich welche lohnt, steht in unserem Vergleich der Donaukreuzfahrten. Beim Bad gilt dasselbe: Wenn dir 13.200 Ft zu viel sind, gibt es günstigere Thermalbäder mit demselben Wasser zu einem Bruchteil des Preises.

Ein Sonderfall sind die kostenlosen Stadtführungen. Teilnehmen kostet nichts, die Guides leben vom Trinkgeld, und was am Ende tatsächlich den Besitzer wechselt, ist ein realer Betrag und kein symbolischer. Zahlen dazu stehen in unserem Vergleich kostenloser und bezahlter Stadtführungen.

So baust du einen Tag daraus

Ein Tag, der funktioniert, ausschließlich aus dem, was oben steht: Start an der Fischerbastei vor 9 Uhr, solange die oberen Türme noch frei sind, dann zu Fuß runter durch das Burgviertel, über die Kettenbrücke, weiter die Donaupromenade entlang am Denkmal Schuhe am Donauufer vorbei, und den Nachmittag auf der Margareteninsel. Wenn die Beine am Abend noch mitmachen, hoch auf den Gellértberg und im Park bleiben, bis es dunkel wird. Im August macht der erst um Mitternacht zu.

Das ist ein voller Tag in einer Hauptstadt zum Preis eines Nahverkehrstickets. Diesen Teil bekommen die Listen hin, auch wenn die einzelnen Einträge darauf längst nicht mehr stimmen.

Gut zu wissen

Was kannst du in Budapest wirklich kostenlos machen?

Mehr, als die meisten Listen nahelegen, sobald du zwei Gruppen auseinanderhältst: Orte, die immer gratis sind, und Orte, die zu bestimmten Uhrzeiten gratis sind. Immer frei sind die unteren Terrassen und die Hangtreppen der Fischerbastei, der Festungspark auf dem Gellértberg, die Margareteninsel, der Kopaszi-gát, die Donaupromenade, das Denkmal Schuhe am Donauufer, die Andrássy út mit dem Heldenplatz, das Stadtwäldchen und der Erzsébet-kilátó auf dem János-hegy. Nur zeitweise frei sind die oberen Türme der Fischerbastei, die 1.700 Ft kosten, im Sommer aber ausschließlich zwischen 9 und 21 Uhr. Die zweite Gruppe ist die, an der das Geld hängen bleibt, wenn du zur falschen Stunde ankommst.

Ist die Fischerbastei kostenlos?

Teilweise, und welcher Teil kostenlos ist, hängt davon ab, wann du kommst. Die unteren Terrassen, die Balkone und die Treppen am Hang kosten das ganze Jahr über zu jeder Uhrzeit nichts. Für die oberen Türme und die oberen Terrassen brauchst du ein Ticket für 1.700 Ft, allerdings nur im Kassenfenster: von 9 bis 21 Uhr zwischen dem 1. Juni und dem 30. September, sonst von 9 bis 19 Uhr. Kommst du davor oder danach, ist alles frei, obere Türme eingeschlossen. Am 15. März, 20. August und 23. Oktober zahlt ohnehin niemand, ebenso in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr.

Kostet die Stephansbasilika Eintritt?

Ja. Seit dem 1. Dezember 2025 wird kassiert, und der Betreiber schreibt selbst, dass jeder Einzel- und Gruppenbesucher ein Ticket kaufen muss, das am Eingang kontrolliert wird. Der Kirchenraum kostet für Erwachsene 2.600 Ft, Panoramaterrasse und Schatzkammer zusammen 5.000 Ft, das Kombiticket 6.800 Ft. Unter 18-Jährige, Studierende mit Ausweis und Rentner mit Ausweis zahlen 2.000 Ft für den Kirchenraum. Kinder unter sechs gehen frei hinein. Etliche Reiseführer beschreiben den Eintritt bis heute als frei mit einer Spende von ein paar hundert Forint, und damit kommst du an der Ticketkontrolle nicht vorbei.

Ist die Aussicht vom Gellértberg gratis?

Ja, und der Festungspark innerhalb der Mauern der Zitadelle gehört dazu, er steht allen offen und kostet nichts. Von April bis Oktober hat er von 6 Uhr morgens bis Mitternacht auf, von November bis März von 8 bis 22 Uhr. Kostenpflichtig ist allein die Ausstellung im westlichen Geschützturm, 4.900 Ft für Erwachsene. Den ganzen Berg, die Mauern, den Park und den Blick über Donau und Brücken bekommst du, ohne irgendetwas zu kaufen.

Wie kommst du am günstigsten auf den Gellértberg?

Zu Fuß, und das ist ein echter Anstieg, steiler als er von unten aussieht. Mehrere Wege führen von der Flussseite und vom Szent Gellért tér hoch, und die kürzesten sind die steilsten. Wenn dir das zu viel ist, fährt ein Bus hinauf und setzt dich ein kurzes Stück unterhalb des Gipfels ab, das kostet einen normalen Fahrschein statt eines Attraktionstickets. Oben gibt es ein Café und einen Laden, und die Toiletten dort kosten Geld.

Sind die Budapester Thermalbäder irgendwann kostenlos?

Nein. Die Bäder sind kommerzielle Betriebe, und keines von ihnen hat ein kostenloses Zeitfenster. Das Széchenyi liegt je nach Besuchstag zwischen 13.200 und 15.800 Ft für ein Tagesticket mit Schließfach, damit ist es einer der teuersten Einzelposten eines Budapest-Tages. Wenn das Budget entscheidet, sind die kleineren städtischen Bäder deutlich günstiger als die zwei berühmten, und genau die sortieren wir in unserem Guide zu den günstigen Thermalbädern.

Ist eine Donaurundfahrt mit der Budapest Card gratis?

Eine Sightseeing-Rundfahrt ist keine kostenlose Aktivität, und sie so zu nennen führt in die Irre. Der Hauptanbieter verlangt rund 20 € für die Tagesfahrt und rund 25 € für die Abendfahrt. Manche Kartenprodukte packen eine Fahrt in den Kartenpreis, aber die Karte selbst kostet Zehntausende Forint, die Fahrt ist also vorausbezahlt und nicht gratis. Willst du den Fluss umsonst, läufst du die Donaupromenade ab oder gehst nachts zu Fuß über die Kettenbrücke, das ergibt dieselbe Skyline über demselben Wasser.

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Geschrieben von Einheimischen im VII. Bezirk, Budapest. Nichts beschönigt.

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