Fettnäpfchen in Ungarn: Was Touristen 2026 wirklich falsch machen
Auf dieser Seite
- Auf einen Blick: die wichtigsten Regeln
- Zu Gast in einer ungarischen Wohnung
- Nie mit leeren Händen kommen
- Schuhe aus an der Tür
- Am Tisch
- Nie vor dem Gastgeber anfangen
- Gulyás und Pörkölt auseinanderhalten
- Nie mit Bier anstoßen
- Pálinka-Knigge
- Ein kleines Glas annehmen oder höflich ablehnen
- Lass es ruhig angehen
- Laden, Café und Warteschlange
- Beim Reinkommen grüßen
- Knapper Service ist nicht unfreundlich
- Schlange stehen: Wer zuerst kommt
- In der Öffentlichkeit
- Leise in Bus und Bahn
- Nie ohne entwerteten Fahrschein
- Links auf der Rolltreppe frei lassen
- Nicht mit dem Finger auf Leute zeigen
- In den Thermalbädern
- Nie mit unter 14-Jährigen ins Széchenyi, Rudas, Lukács oder Dandár
- Nie ohne Badekappe ins Schwimmbecken
- Ruhe im Dampfbad
- An Gedenkorten
- Keine Selfies bei den Schuhen am Donauufer
- Nicht auf Ruinenbar-Möbel klettern
- Sprache
- Ein paar Wörter lernen
- Perfekt muss es nicht sein
- Geld
- Richtig Trinkgeld geben
- Nie Geld auf der Straße wechseln
- Neu seit 2026
- Vor der Buchung einer Ferienwohnung den Bezirk prüfen
- Nie davon ausgehen, dass das Gellért-Bad offen hat
- Was dich wirklich Geld kostet: Bußgelder
- Häufig gestellte Fragen
- Was gilt in Ungarn als unhöflich?
- Stimmt es, dass man in Ungarn nicht mit Bier anstößt?
- Wie viel Trinkgeld gebe ich in Budapester Restaurants?
- Was ziehe ich im Thermalbad an?
- Komme ich überall mit Englisch durch?
- Fazit
Wer in einer Budapester Bäckerei erst „Jó napot kívánok“ sagt und dann auf die Pogácsa zeigt, hat das Gespräch schon gewonnen, bevor es richtig losgeht. Ungarn lebt von ein paar kleinen Höflichkeiten: ein Gruß an der Ladentür, Schuhe aus in fremden Wohnungen, eine leise Stimme in der Straßenbahn, Biergläser, die nicht klirren. Nichts davon ist schwer, und wer es kennt, reist spürbar entspannter.
Dieser Knigge sammelt die Regeln, die am häufigsten eine Rolle spielen: in der Wohnung und am Tisch, beim Einkaufen und im Café, in der Warteschlange, im Thermalbad und an Gedenkorten, beim Trinkgeld nach ungarischem Recht, und bei den Fehltritten, die tatsächlich ein Bußgeld kosten.

Váci utca in der Budapester Innenstadt. Foto: Globetrotter19 über Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Auf einen Blick: die wichtigsten Regeln
Ungarische Etikette dreht sich um Respekt, eine ruhige Stimme in der Öffentlichkeit und kleine Gesten. Im Laden grüßen, in Wohnungen die Schuhe ausziehen, als Gast etwas mitbringen, rund 10 % Trinkgeld geben, Fahrscheine entwerten und das Bierglas heben statt anstoßen.
- Beim Reinkommen grüßen: „Jó napot kívánok“ in Laden, Café und Apotheke
- Schuhe ausziehen in Privatwohnungen
- Wein, Pralinen oder Blumen mitbringen, wenn du eingeladen bist
- „Egészségedre“ sagen beim Trinken, Biergläser nicht anstoßen
- Rund 10 % Trinkgeld, außer ein felszolgálási díj steht schon auf der Rechnung
- In der Schlange warten, und wo ein Automat steht, eine Nummer ziehen
- Rechts stehen auf der Rolltreppe, links frei lassen
- Fahrschein entwerten, bevor du losfährst
Zu Gast in einer ungarischen Wohnung
Nie mit leeren Händen kommen
Bist du in ein ungarisches Zuhause eingeladen, bring eine Kleinigkeit mit: eine Flasche Wein, gute Pralinen oder Blumen in ungerader Zahl (gerade Zahlen sind für Beerdigungen). Eine kleine Geste, die Gastgeber registrieren.
Sichere Geschenke:
- eine Flasche Wein (ein ungarischer kommt besonders gut an)
- eine Schachtel guter Pralinen
- Blumen, immer in ungerader Zahl
- ein Kuchen aus einer cukrászda (Konditorei)
Besser nicht:
- Blumen in gerader Zahl
- etwas, das nach Last-Minute-Kauf am Flughafen aussieht
Schuhe aus an der Tür
In ungarischen Wohnungen kommen die Schuhe an der Tür aus. Die meisten Gastgeber bieten dir papucs an (Hausschuhe, sprich „PA-putsch“). Nimm sie an, auch wenn sie nicht ganz deine Größe haben.
Tipp: Pack ein Paar ordentliche Socken ein, wenn du einen Besuch bei jemandem zu Hause erwartest.
Am Tisch
Nie vor dem Gastgeber anfangen
Warte, bis der Gastgeber oder die älteste Person am Tisch anfängt. Meist sagt jemand „Jó étvágyat!“ (sprich „jo EET-waa-djot“), das ungarische „Guten Appetit“, und es zurückzusagen kommt gut an. Ein Lob fürs Essen ist immer willkommen.
Gulyás und Pörkölt auseinanderhalten
Gulyás ist eine Suppe. Pörkölt ist ein dickes Schmorgericht. Wer das sämige Gericht möchte, das man in Deutschland als „Gulasch“ kennt, bestellt Pörkölt.
- Gulyás: Suppe mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse, wird gelöffelt
- Pörkölt: dickes Schmorgericht, meist mit Nokedli (kleinen Spätzle) oder Brot als Hauptgericht
- Paprikás: wie Pörkölt, aber mit Sauerrahm verfeinert
Nie mit Bier anstoßen
Viele Ungarn stoßen mit Bier nicht an, und als Gast fährst du gut damit, es genauso zu halten. Der Brauch geht auf den 6. Oktober 1849 zurück, als in Arad dreizehn Generäle der Revolution von 1848/49 hingerichtet wurden und der österreichische Kommandeur Haynau das angeblich mit Bier feierte. Die Geschichte gab dem Boykott eine Frist von 150 Jahren, die 1999 abgelaufen wäre.
Viele Jüngere stoßen trotzdem an, viele Ältere bis heute nicht. Der sichere Weg: mit Wein und Pálinka anstoßen, das Bierglas nur heben, Blickkontakt halten und „Egészségedre!“ sagen (sprich „E-geesch-schee-ged-re“, „auf deine Gesundheit“).
Pálinka-Knigge
Ein kleines Glas annehmen oder höflich ablehnen
Wird dir Pálinka angeboten, der kräftige ungarische Obstbrand, ist das eine Geste der Gastfreundschaft. Ein kleines Glas anzunehmen ist die freundliche Antwort; trinkst du keinen Alkohol, ist ein Lächeln und ein höfliches „Köszönöm, nem“ (danke, nein) völlig in Ordnung.
Gut zu wissen:
- serviert in kleinen Gläsern, meist zimmerwarm
- oft in einem Zug getrunken statt genippt
- vor dem Trinken „Egészségedre!“ sagen
- eine zweite Runde wird sehr wahrscheinlich angeboten
Lass es ruhig angehen
Pálinka ist stark, also lass es langsam angehen, auch wenn du Bier oder Wein gewohnt bist. Iss ordentlich dazu, und ein Glas in Ruhe zu leeren ist völlig okay.
Laden, Café und Warteschlange
Beim Reinkommen grüßen
In einem kleinen Laden, einer Bäckerei, Apotheke oder einem Café kommt zuerst der Gruß, dann die Frage. Das Ungarische trennt dabei klar zwischen förmlich und vertraut. Jó napot kívánok (sprich „jo NA-pot KI-wa-nok“, wörtlich „ich wünsche einen guten Tag“) ist die förmliche Form, passend für Personal und alle, die du nicht kennst; das kürzere Jó napot („jo NA-pot“) geht auch. Szia („SI-ja“) ist vertraut, das Hallo und Tschüss unter Freunden und Leuten, die du schon kennst, also eher etwas für die Bar als für die Apothekentheke.
Morgens passt Jó reggelt („jo REG-gelt“), abends Jó estét („jo ESCH-teet“). Beim Gehen ist Viszontlátásra („WI-sont-laa-taasch-ra“) das höfliche „Auf Wiedersehen“. Mit einem Gruß anzufangen, bevor du ins Englische wechselst, bringt das Gespräch gleich auf den richtigen Weg.
Knapper Service ist nicht unfreundlich
An der Theke kleinerer Läden und Cafés geht es oft kurz und sachlich zu: Gruß, Bestellung, Preis, Dank. Smalltalk gibt es manchmal gar keinen, und ein knappes „Tessék?“ („TESCH-scheek“, etwa „Ja, bitte?“) ist schlicht die Einladung zu bestellen. Am besten passt du dich dem Tempo an: grüßen, sagen, was du möchtest, zahlen und mit Köszönöm („KÖ-sö-nöm“, danke) abschließen.
Im Café oder Restaurant mit Bedienung kommt die Rechnung selten von allein. Fang den Blick der Bedienung auf und sag: „A számlát, legyen szíves“ („a SAAM-laat, LE-djen SI-wesch“), „Die Rechnung, bitte“.
Schlange stehen: Wer zuerst kommt
An der Theke gilt die Reihenfolge des Ankommens: Stell dich hinter die Person, die vor dir da war. Steht ein Nummernautomat da (achte auf „sorszám“, Wartenummer), zieh eine Nummer und behalte die Anzeige im Blick. Am Marktstand oder im Wartezimmer ohne sichtbare Schlange fragst du „Ki az utolsó?“ („ki os U-tol-scho“, „Wer ist der Letzte?“), dann weißt du, nach wem du dran bist.
Grußformen geprüft am 27. Oktober 2026 bei Vecsernyés und Kovács, Unterricht ungarischer Anrede- und Grußformen (Acta Academiae Beregsasiensis, 2022, im Repositorium der Ungarischen Akademie der Wissenschaften), und in der Sprachübersicht für internationale Studierende der Katholischen Péter-Pázmány-Universität.
Mehr Wendungen mit Aussprache findest du im Guide Ungarische Redewendungen für Touristen.
In der Öffentlichkeit
Leise in Bus und Bahn
In Budapests Straßenbahnen, Bussen und Metros geht es meist ruhig zu. Telefonate kurz und leise halten, Musik nur über Kopfhörer, und älteren, schwangeren oder eingeschränkten Fahrgästen den Platz anbieten. Ein lautes Gespräch quer durch den Wagen fällt auf.
Nie ohne entwerteten Fahrschein
Kontrolleure sind in Uniform oder in Zivil unterwegs, und kontrolliert wird überall im Netz. Ohne gültigen Fahrschein (ein nicht entwerteter zählt genauso) kostet das Nachlösegeld ab dem 2. November 2026 15.000 HUF (ca. 41 EUR), wenn du vor Ort oder innerhalb von zwei Werktagen zahlst, 30.000 HUF innerhalb von 30 Tagen und 50.000 HUF ab dem 31. Tag. Bis zum 1. November gelten für die ersten beiden Stufen noch 12.000 und 25.000 HUF. Als Tourist bist du davon nicht ausgenommen.
In Straßenbahn, Bus, Trolleybus und HÉV ist das Entwerten etwas einfacher geworden. Fährst du mit der BudapestGO-App und bist gerade noch durch die Tür gekommen, kannst du jetzt direkt nach dem Einsteigen den QR-Aufkleber im Fahrzeug scannen. Mach das sofort, denn sobald eine Kontrolle beginnt, funktionieren die Codes im Fahrzeug eine Weile nicht. Papierfahrscheine kommen weiter in den Entwerter, und in der Metro entwertest du wie bisher am Stationseingang.
Entwerten im Fahrzeug und Nachlösegeld ab 2. November 2026 laut BKK-Mitteilung vom 29. Oktober 2026 (ungarisch), geprüft am 30. Oktober 2026.
Für längere Aufenthalte ist die Budapest Card oder ein 72-Stunden-Ticket meist bequemer als Einzelfahrscheine.
Links auf der Rolltreppe frei lassen
Rechts stehen, links gehen. Die Metro-Rolltreppen sind lang, und Pendler erwarten eine freie linke Seite.
Nicht mit dem Finger auf Leute zeigen
Mit dem Finger direkt auf jemanden zu zeigen, kann unhöflich wirken. Musst du auf jemanden deuten, ist die offene Hand die höflichere Geste.
In den Thermalbädern
Budapests Thermalbäder haben eine Hausordnung, und das Personal achtet darauf.
Nie mit unter 14-Jährigen ins Széchenyi, Rudas, Lukács oder Dandár
Der Betreiber lässt in diese vier Bäder niemanden unter 14 Jahren hinein. Familien planen besser ein anderes Bad ein: Der Guide zu Thermalbädern mit Kindern zeigt, wo Kinder willkommen sind.
Nie ohne Badekappe ins Schwimmbecken
In den Schwimmbecken von Bädern wie Széchenyi oder Rudas ist die Badekappe Pflicht. Ohne Kappe schickt dich der Bademeister aus der Bahn.
Ruhe im Dampfbad
Dampfbäder und Saunen sind zum Entspannen da, also Gespräche leise halten.
- wenn reden, dann flüstern
- das Handy bleibt im Spind
- kein Wasser auf die Saunasteine, außer du wirst dazu eingeladen
- vor jedem Becken duschen
- in der Sauna auf einem Handtuch sitzen
Altersgrenze, Badekappen- und Duschpflicht aus dem Bade-Ratgeber des Betreibers, geprüft am 27. Oktober 2026.
An Gedenkorten
Keine Selfies bei den Schuhen am Donauufer
Die Schuhe am Donauufer sind ein Holocaust-Mahnmal für die Menschen, die Milizionäre der Pfeilkreuzler (nyilas) in die Donau schossen, die meisten zwischen Dezember 1944 und Januar 1945; die Opfer waren ganz überwiegend Juden. Die sechzig eisernen Schuhpaare am Ufer stammen von Can Togay und Gyula Pauer und stehen dort seit dem 16. April 2005.
Bitte fotografiere hier respektvoll: keine lachenden Selfies, kein Sitzen auf den Schuhen, keine Posen. Einige der Schuhe sind Kinderschuhe.
Dasselbe gilt im Holocaust-Gedenkzentrum, im Gedenkgarten der Dohány-Synagoge und an jedem anderen Ort, der an eine Tragödie erinnert.
Nicht auf Ruinenbar-Möbel klettern
Ruinenbars wie das Szimpla Kert sind bekannt für ihr zusammengewürfeltes Interieur: Badewannen, alte Möbel, Autoteile. Das ist Dekoration, kein Klettergerüst, und der Sicherheitsdienst kann dich hinausbitten.
Sprache
Ein paar Wörter lernen
Im Budapester Zentrum kommst du meist mit Englisch durch. In kleineren Orten und bei älteren Menschen ist das weniger sicher. Ein paar Worte Ungarisch machen viel aus.
Die wichtigsten Wörter:
- Jó napot kívánok („jo NA-pot KI-wa-nok“): Guten Tag (förmlich)
- Szia („SI-ja“): Hallo / Tschüss (vertraut)
- Köszönöm („KÖ-sö-nöm“): Danke
- Igen („I-gen“): Ja
- Nem („nem“): Nein
- Elnézést („EL-nee-seescht“): Entschuldigung
- Egészségedre! („E-geesch-schee-ged-re“): Prost! / Gesundheit!
- Hol van a WC? („hol won a WE-tse“): Wo ist die Toilette?
Perfekt muss es nicht sein
Ungarisch gehört zur uralischen Sprachfamilie, deshalb kommt dir kaum etwas bekannt vor. Der Grammatik werden üblicherweise 18 Fälle zugeschrieben, über die genaue Zahl wird bis heute diskutiert. Versuch dich an den Grundlagen. Und lass die Finger von „megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért“, einem berühmten einzelnen Wort, das ungefähr „für euer fortgesetztes Verhalten, als könntet ihr nicht entweiht werden“ bedeutet.
Geld
Richtig Trinkgeld geben
Ohne Servicezuschlag auf der Rechnung gibst du 5-10 % (rund 10 % sind üblich). Ein aufgedruckter felszolgálási díj von 12,5-15 % erledigt es meist schon: Per Gesetz gehört dieser Zuschlag dem Personal. Bei Kartenzahlung nennst du die Summe inklusive Trinkgeld: „Legyen 10.000“ heißt „mach 10.000 Forint draus“.
Geregelt ist das in der Verordnung 44/2024. (XII. 9.) NGM, in Kraft seit dem 1. Januar 2025. Ein felszolgálási díj muss auf dem Beleg gesondert ausgewiesen werden, ist bei 15 % der Rechnung gedeckelt (20 %, wenn das Lokal einer Firma eine Rechnung ausstellt) und muss monatlich an das Personal ausgezahlt werden, das die Arbeit gemacht hat, abzüglich Steuern und Abgaben. Seit dem 1. Februar 2026 darf ein als Restaurant oder Konditorei registriertes Lokal außerdem bis zu 20 % seines Monatsumsatzes als felszolgálási díj behandeln, aufgedruckt und nicht aufgedruckt zusammen, auch ohne ihn auf der Rechnung auszuweisen, und ihn steuerbegünstigt ans Personal ausschütten.
Der Unterschied, den du kennen solltest: Diese Auszahlungsregeln gelten für den Posten, der felszolgálási díj heißt. Steht ein anders benannter Zuschlag auf der Rechnung und du willst sicher sein, frag einfach, ob er ans Personal geht.
- Restaurants ohne Servicezuschlag auf der Rechnung: 5-10 %, rund 10 % sind üblich
- Ein aufgedruckter felszolgálási díj von 12,5-15 % erledigt es normalerweise
- Kartenzahlung: Summe inklusive Trinkgeld nennen, „Legyen 10.000“
- Barpersonal, Taxifahrer, Friseure: rund 10 % sind üblich
Regeln zum Servicezuschlag aus der Verordnung 44/2024. (XII. 9.) NGM und der Mitteilung der Steuerbehörde vom 4. März 2026, beide gelesen am 27. Oktober 2026. Mehr im Guide Trinkgeld in Ungarn.
Nie Geld auf der Straße wechseln
Lass alle links liegen, die dir auf der Straße Geld wechseln wollen: Stimmen Scheine oder Betrag nicht, hast du keine Handhabe. Nutz Bankautomaten, lizenzierte Wechselstuben oder die App deiner Bank.
Neu seit 2026
Vor der Buchung einer Ferienwohnung den Bezirk prüfen
Seit dem 1. Januar 2026 sind Kurzzeitvermietungen inklusive Airbnb im VI. Bezirk Budapests (Terézváros) verboten. Hotels und Pensionen sind nicht betroffen. Seit demselben Tag erlaubt der VII. Bezirk (Erzsébetváros) Kurzzeitvermietung nur mit Zustimmung des Hauses (Verordnung 46/2025), und der I. Bezirk arbeitet an eigenen Regeln.
Der VIII. Bezirk (Józsefváros) hat am 25. Juni 2026 ein eigenes Regelwerk beschlossen: eine Obergrenze für den ganzen Bezirk auf dem heutigen Stand von 3,5 % des Wohnungsbestands und 20 % je Wohnhaus, die ausführliche Verordnung ist für Herbst 2026 geplant. Den ganzen Stand findest du im Guide zum Airbnb-Verbot.
Regelwerk des VIII. Bezirks von jozsefvaros.hu, gelesen am 27. Oktober 2026.
Nie davon ausgehen, dass das Gellért-Bad offen hat
Das Gellért-Thermalbad hat am 1. Oktober 2025 für die Sanierung geschlossen, der Betreiber erwartet die Wiedereröffnung 2028.
Alternativen, solange das Gellért geschlossen ist (alle drei erst ab 14 Jahren):
- Rudas-Bad: Becken aus osmanischer Zeit, Dachbecken, Nachtbaden
- Széchenyi-Bad: das große gelbe Bad im Stadtwäldchen
- Lukács-Bad: bei Einheimischen beliebt, weniger Touristen
Schließung des Gellért laut gellertfurdo.hu, geprüft am 27. Oktober 2026.
Was dich wirklich Geld kostet: Bußgelder
| Was du getan hast | Was es kostet |
|---|---|
| Kein gültiger Fahrschein | Ab 2. November 2026: 15.000 HUF (ca. 41 EUR) vor Ort oder innerhalb von zwei Werktagen, 30.000 HUF (ca. 82 EUR) innerhalb von 30 Tagen, 50.000 HUF (ca. 137 EUR) ab dem 31. Tag |
| Rauchen, wo es verboten ist | 20.000-50.000 HUF (ca. 55-137 EUR) |
| Bei Rot über die Ampel | Bußgeld vor Ort von 6.500-65.000 HUF (ca. 18-178 EUR), bei Wiederholung innerhalb von sechs Monaten bis 90.000 HUF (ca. 247 EUR) |
| Alkohol in der Öffentlichkeit, wo ein lokales Verbot gilt | Bezirke und Gemeinden legen das Verbot per Satzung fest; ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit, und die Ordnungsaufsicht kann vor Ort ein Bußgeld verhängen (6.500-65.000 HUF) |
Nachlösegeld ab 2. November 2026 laut BKK-Mitteilung vom 29. Oktober 2026, die Stufe von 50.000 HUF laut BKK-Strafgebührenseite, beides geprüft am 30. Oktober 2026; Bußgelder vor Ort und das Verbot des Alkoholkonsums nach dem Gesetz II von 2012 (§§ 99 und 200); das Rauchverbots-Bußgeld nach der Regierungsverordnung 39/2013 (§ 12). Alles geprüft am 27. Oktober 2026.
Die Preise sind in HUF angegeben, das ist der Betrag, den du zahlst. Umgerechnet zu 1 EUR = 365 HUF, dem EZB-Kurs vom 21. Oktober 2026. Kurse schwanken, die Euro-Beträge sind daher nur Richtwerte.
Häufig gestellte Fragen
Was gilt in Ungarn als unhöflich?
Am häufigsten stolpern Besucher darüber, ohne Gruß einen kleinen Laden oder ein Café zu betreten, in fremden Wohnungen die Straßenschuhe anzulassen, in Bus und Bahn laut zu sein, sich in der Schlange vorzudrängeln und an Gedenkorten wie den Schuhen am Donauufer fröhlich zu posieren. Auch mit dem Finger auf Leute zeigen und mit Älteren das Bierglas anstoßen kann schlecht ankommen. Ein höfliches „Jó napot kívánok“ beim Reinkommen, eine leise Stimme und Geduld in der Schlange decken das meiste ab.
Stimmt es, dass man in Ungarn nicht mit Bier anstößt?
Der Brauch ist echt und weit verbreitet. Die Legende verbindet ihn mit den dreizehn Generälen, die am 6. Oktober 1849 in Arad hingerichtet wurden, und gibt dem Boykott eine Frist von 150 Jahren, die 1999 abgelaufen wäre. Deshalb stoßen viele Jüngere ohne nachzudenken an, viele Ältere dagegen nicht. Sicherer Weg: mit Wein und Pálinka anstoßen, das Bierglas nur heben.
Wie viel Trinkgeld gebe ich in Budapester Restaurants?
Ohne Servicezuschlag auf der Rechnung 5-10 % (rund 10 % sind üblich). Steht ein felszolgálási díj von 12,5-15 % auf der Rechnung, muss dieses Geld per Gesetz ans Personal gehen, und es zählt normalerweise als Trinkgeld. Beim Zahlen die Gesamtsumme nennen: „Legyen [Betrag]“ heißt „mach [Betrag] draus“.
Was ziehe ich im Thermalbad an?
Normale Badekleidung reicht. Bring Badeschlappen mit, ein Handtuch (oder leih dir eins) und eine Badekappe, wenn du ins Schwimmbecken willst. Wertsachen gehören in den Spind, und vor dem Becken wird geduscht.
Komme ich überall mit Englisch durch?
Im Budapester Zentrum und in Touristengegenden meistens ja. Außerhalb der Hauptstadt oder bei älteren Menschen nicht immer. Ein paar Grundwörter, angefangen mit „Jó napot kívánok“ und „Köszönöm“, kommen immer gut an.
Fazit
Der ungarische Knigge läuft auf ein paar Gewohnheiten hinaus: beim Reinkommen grüßen, in Wohnungen die Schuhe ausziehen, in der Straßenbahn leise sein, in der Schlange warten und das Bierglas heben statt anstoßen. Rund 10 % Trinkgeld, es sei denn, der felszolgálási díj hat das schon erledigt, und jeden Fahrschein entwerten.
Dann wirst du vielleicht sogar zu jemandem nach Hause eingeladen, kommst mit Blumen in ungerader Zahl an und schlüpfst in geliehene papucs. Egészségedre, und willkommen in Ungarn.
Aktuelles zu den Thermalbädern findest du im Guide zu Budapests Thermalbädern.
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