Holocaust-Gedenkzentrum Budapest: Dein Besuch in der Páva utca
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Rund 180.000 Namen stehen auf der acht Meter hohen Glaswand im Hof des Holocaust-Gedenkzentrums in der Páva utca, und Platz ist für eine halbe Million. Die freien Felder bleiben den Opfern, die namenlos bleiben werden, und einen Familiennamen, den du drinnen nachschlägst, findest du danach auf dem Glas.
Der Turm der verlorenen Gemeinden zählt 1.441 Orte in ganz Ungarn auf, in denen jüdisches Leben mit den Deportationen von 1944 endete. Unter der Erde zeigt dir die Dauerausstellung „Von der Entrechtung zum Völkermord“, was den Juden und Roma Ungarns genommen wurde, erst die Rechte, dann Besitz, Freiheit, Würde und Leben, von den antijüdischen Gesetzen von 1938 bis zur deutschen Besetzung 1944, auf einem Boden, der bewusst abschüssig gebaut ist. Der Weg endet in der restaurierten Synagoge von 1924, die 1944 und 1945 ein Internierungslager war und in der Glasstühle die Namen ermordeter Gemeindemitglieder tragen. Rechne mit etwa zwei Stunden und verbinde den Besuch mit der Dohány-Synagoge am Vormittag, rund 25 Minuten zu Fuß entfernt. Das Zentrum empfiehlt die Ausstellung ab 12 Jahren. Plane um den Samstag herum: Dann ist das Zentrum zu, und die Dohány-Synagoge auch.
Das Holocaust-Gedenkzentrum (Holokauszt Emlékközpont) liegt in der Páva utca 39 im IX. Bezirk und hat Sonntag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, die Kasse schließt um 17:00 Uhr. Der Eintritt kostet 3.600 Ft (ca. 10 €), die Gedenkorte im Hof sind ohne Ticket zugänglich.

📋 Auf einen Blick
| 📍 Adresse | Páva utca 39, 1094 Budapest (IX. Bezirk, Ferencváros) |
| 🕙 Geöffnet | Sonntag bis Freitag 10:00 bis 18:00 Uhr, Kasse bis 17:00 Uhr. Samstags geschlossen |
| 🎟️ Eintritt | 3.600 Ft (ca. 10 €) für die Dauerausstellung; 4.000 Ft mit Wechselausstellung |
| 🆓 Kostenlos | Die Namenswand und der Turm der verlorenen Gemeinden im Hof, immer. Alles am 15. März, 20. August und 23. Oktober |
| ⏱️ Zeitbedarf | Rund zwei Stunden |
| 🚇 Haltestelle | Corvin-negyed, Metro M3 und Straßenbahn 4 und 6, dann fünf bis sieben Minuten zu Fuß |
| 👧 Alter | Empfohlen ab 12 (englische Ticketseite: ab 14) |
Was dich erwartet, in der Reihenfolge des Rundgangs
Zuerst der Hof, und der ist kostenlos. Von der Páva utca kommst du in einen Innenhof, in dem zwei Gedenkorte vor der Kasse stehen. Die Gedenkwand der Opfer ist eine acht Meter hohe Glaswand des Grafikers László Zsótér mit Platz für eine halbe Million Namen. Rund 180.000 identifizierte Opfer stehen bisher darauf, die leeren Namensschilder dazwischen erinnern an jene, deren Namen nie bekannt werden. Im Zentrum kannst du in der Datenbank nach Angehörigen suchen und bekommst ein Blatt, das zeigt, wo der Name an der Wand steht.
Die Glashalle, durch die du nach unten gehst, ist der Turm der verlorenen Gemeinden: 1.441 Städte und Dörfer, deren jüdische Gemeinden nach den Deportationen von 1944 aufgehört haben zu existieren, auf zwölf Glasscheiben. Lies langsam, bevor du hinuntergehst.

Dann die Dauerausstellung, unter der Erde. „Von der Entrechtung zum Völkermord“ (Jogfosztástól népirtásig) füllt 1.500 Quadratmeter unter Straßenniveau. Sie läuft nicht chronologisch, sondern nach dem, was genommen wurde: Rechte, Besitz, Freiheit, Würde, Leben, von den ersten antijüdischen Gesetzen 1938 bis zur Beschleunigung nach der deutschen Besetzung 1944. Erzählt wird das Schicksal der Juden und der Roma, und Familiengeschichten laufen an einer Wand um den ganzen Rundgang. Architekt István Mányi hat den Boden abschüssig und die Pfeiler schief gebaut: Die Räume führen dich buchstäblich bergab.
Und am Ende die Synagoge. Die Treppe aus dem letzten Raum führt hinauf in die Synagoge in der Páva utca, entworfen von Lipót Baumhorn und am 6. Januar 1924 eingeweiht. 1944 und 1945 diente sie als Internierungslager. 2003 begann die Restaurierung, 2004 eröffnete hier das Zentrum, und im Erdgeschoss tragen Glasstühle die Namen ermordeter Gemeindemitglieder. Nach den dunklen Räumen ist es hell und still, ein guter Ort, um ein paar Minuten zu sitzen.

Eintritt, Ermäßigungen und freie Tage
| Ticket | Erwachsene | Ermäßigt |
|---|---|---|
| Dauerausstellung | 3.600 Ft (ca. 10 €) | 1.600 Ft (ca. 4 €) |
| Nur Wechselausstellung | 1.500 Ft (ca. 4 €) | 750 Ft (ca. 2 €) |
| Kombiticket, beide Ausstellungen | 4.000 Ft (ca. 11 €) | 2.000 Ft (ca. 6 €) |
Die Preise sind in Forint, so zahlst du an der Kasse oder online. Umgerechnet zu 1 € = 363 Ft, dem EZB-Referenzkurs vom 16. Oktober 2026. Kurse schwanken, die Euro-Beträge sind also Richtwerte.
Ermäßigt zahlen EWR-Bürger unter 26 und über 62 sowie bis zu zwei Erwachsene, die mindestens zwei Minderjährige begleiten. Kostenlos für EWR-Bürger sind Kinder unter 6, Menschen über 70, Menschen mit Behinderung samt einer Begleitperson sowie Lehrkräfte im öffentlichen Schulwesen. Am letzten Sonntag jedes Monats haben EWR-Bürger unter 26 freien Eintritt, ebenso Minderjährige mit bis zu zwei Begleitpersonen.
An den drei ungarischen Nationalfeiertagen, 15. März, 20. August und 23. Oktober, ist der Eintritt für alle frei, egal mit welchem Pass. 2026 fällt der 23. Oktober auf einen Freitag, und das Zentrum hat angekündigt, an diesem Tag zu öffnen.
Bezahlen kannst du bar, mit Karte oder online über den Ticketlink auf der Seite des Zentrums. Gruppen ab zehn Personen zahlen für die Dauerausstellung 2.550 Ft pro Kopf.
Quelle: Ticketseite des Zentrums und ungarische Ticketseite, Preise, Ermäßigungen und Zahlungsarten geprüft am 17. Oktober 2026.
Öffnungszeiten und die Samstagsregel
Die Ausstellungen sind Sonntag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Kasse schließt um 17:00 Uhr, und samstags ist immer geschlossen.
Dazu kommen einige zusätzliche Schließtage, die das Zentrum auf seiner Nachrichtenseite veröffentlicht, nicht bei den Öffnungszeiten. Im Herbst 2026 waren es sieben: fünf im September sowie der 3. und 4. Oktober. Bevor du quer durch die Stadt fährst, wirf einen Blick auf die Nachrichtenseite des Zentrums.
Der Samstag ist die Falle, weil auch die Synagoge in der Dohány utca samstags zu hat. Wenn deine Reise von Freitag bis Sonntag geht, ist der Sonntag dein Tag für das jüdische Budapest.
Dafür hat das Zentrum montags offen, wenn ein guter Teil der Budapester Museen geschlossen ist.
Quelle: Öffnungszeiten und Hinweis zu den Schließtagen im Herbst 2026 auf hdke.hu, geprüft am 17. Oktober 2026.
Wie lange es dauert und wie schwer es wiegt
Plane zwei Stunden ein. Die Ausstellung besteht aus Texten, Dokumenten, Fotos und Filmen, weniger aus Objekten in Vitrinen, und das Lesen braucht Zeit. Sei spätestens um 16:00 Uhr da; mit einem Ticket um 17:00 Uhr bleibt dir eine Stunde, und das reicht nicht.
Die Räume sind absichtlich dunkel, manche Beschriftung ist dadurch schwerer zu lesen.
Nichts wird abgemildert. Originalfilme und Fotos von Deportation und Mord werden gezeigt, wie sie sind. Das Zentrum empfiehlt die Dauerausstellung ab 12 Jahren, auf der englischen Ticketseite steht, unter 14 sei sie nicht empfohlen. Mit Teenagern lohnt es sich, vorher zu besprechen, was euch erwartet.
Teil dir die Kraft ein. Der Rundgang ist lang und unerbittlich, und an einem Stück ist das viel. Nimm dir für die ersten Räume Zeit, akzeptiere, dass du spätere überfliegst, und nutze die Synagoge am Ende als die Pause, als die sie gedacht ist.
Führungen und Stadtspaziergang
Führungen bucht man beim Zentrum für Gruppen, im Voraus, über das Bildungsteam. Eine 90-minütige Führung durch die Dauerausstellung kostet auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Russisch 9.400 Ft pro Gruppe, auf Ungarisch 6.900 Ft, zusätzlich zum Eintritt. In den Ausstellungen dürfen nur die eigenen Guides des Zentrums führen; ein externer Stadtführer verabschiedet sich also an der Tür.
Außerdem bietet das Zentrum einen zweistündigen Spaziergang durch das alte jüdische Viertel an, der vor der Synagoge in der Dohány utca beginnt und zu den erhaltenen Spuren des Pester Ghettos führt. Er findet von April bis Oktober statt, je nach Wetter, ab fünf Personen, für 15.600 Ft pro Gruppe. Die Buchungsdaten stehen auf der Ticketseite.
Quelle: Preise und Buchungsregeln der Führungen von der Ticketseite und der Seite zu den Führungen, geprüft am 17. Oktober 2026.
Kleidung und Verhalten
Das hier ist ein Gedenkort mit einer Synagoge im Zentrum, und so solltest du ihn auch besuchen. Zieh dich an wie für ein Gotteshaus: Bedeckte Schultern sind die sichere Wahl, vor allem für den Synagogensaal. Sprich leise, schalte das Handy stumm und lass den Menschen an der Namenswand Raum; manche sind wegen eines Angehörigen dort.
Die Synagoge in der Dohány utca, die du vielleicht am selben Tag besuchst, hat schriftliche Regeln: Sicherheitskontrolle am Eingang, keine Rucksäcke größer als Handgepäck, Kippa für Männer, keine ärmellosen Tops, kurzen Röcke oder Shorts.
Anfahrt
| Von | Verbindung | Dann |
|---|---|---|
| Deák Ferenc tér | Metro M3, drei Stationen bis Corvin-negyed | Fünf bis sieben Minuten zu Fuß |
| Blaha Lujza tér | Straßenbahn 4 oder 6, drei Stationen bis Corvin-negyed | Fünf bis sieben Minuten zu Fuß |
| Synagoge Dohány utca | Zu Fuß, etwa 2 km | Rund 25 Minuten |
Ein BKK-Einzelfahrschein kostet 500 Ft; kauf ihn vor dem Einsteigen. Mit dem Auto verweist das Zentrum auf Parkplätze in der Liliom utca oder im nahen Einkaufszentrum Corvin.
Quelle: Verbindungen von der Besucherseite und der Kontaktseite des Zentrums, Haltestellenfolgen aus den veröffentlichten Fahrplandaten der BKK, Fahrpreise von bkk.hu, geprüft am 17. Oktober 2026. Gehzeiten sind unsere Schätzung nach OpenStreetMap.
Ein Tag im jüdischen Budapest, Sonntag bis Freitag
Die drei Orte dieses Plans passen in einen Tag, solange es kein Samstag ist.
| Ort | Geöffnet | Eintritt |
|---|---|---|
| Synagoge Dohány utca und Ungarisches Jüdisches Museum | Oktober: So bis Do 10:00 bis 18:00, Fr bis 16:00; ab 2. November So bis Do 10:00 bis 16:00, Fr bis 14:00; samstags und am 1. November zu | Ticket, siehe unseren Dohány-Guide |
| Holocaust-Gedenkzentrum | So bis Fr 10:00 bis 18:00, Kasse bis 17:00; samstags zu | 3.600 Ft |
| Schuhe am Donauufer | Denkmal unter freiem Himmel am Pester Ufer | Kostenlos |
Vormittag: die Dohány. Sei um 10:00 Uhr zur Öffnung da. Das Ticket gilt auch für das Ungarische Jüdische Museum, das zum selben Komplex gehört, in der Wesselényi utca 7, zweiter Stock. Seine Dauerausstellung wurde 1984 eröffnet, ein mehrsprachiger Audioguide liegt kostenlos am Empfang der Ausstellung bereit. Letzter Einlass in die Dohány ist eine Stunde vor Schluss.
Mittagessen im jüdischen Viertel. Die Straßen hinter der Synagoge sind der richtige Ort; unser Guide zu koscherem Essen trennt die zertifizierten Küchen von denen, die nur die Gerichte kochen.
Nachmittag: Páva utca. Geh etwa 25 Minuten nach Süden, oder nimm die M2 eine Station von Astoria bis Blaha Lujza tér und dann die Straßenbahn 4 oder 6 drei Stationen bis Corvin-negyed. Sei bis 14:30 Uhr drin, dann bleiben dir die vollen zwei Stunden vor 18:00 Uhr.
Abend: am Fluss. Von Corvin-negyed fährst du mit der M3 bis Deák Ferenc tér und mit der M2 eine Station bis Kossuth Lajos tér. Die Schuhe am Donauufer liegen ein kurzes Stück südlich am Ufer. Nach einem Museum aus Dokumenten sagen sechzig Paar eiserne Schuhe dasselbe in einem einzigen Bild.
An einem Freitag bleibt die Reihenfolge gleich, nur darf der Vormittag nicht verrutschen: Die Dohány schließt im Oktober um 16:00 Uhr und ab November um 14:00 Uhr, die Páva utca hat bis 18:00 Uhr offen.
Für die Jahrzehnte danach erzählt das Haus des Terrors an der Andrássy út von beiden ungarischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Ein anderes Museum mit einer anderen These, und besser an einem anderen Tag als hinten an diesen gehängt.
Ungarisches Jüdisches Museum, Öffnungszeiten und Besucherregeln der Dohány gelesen auf jewishtourhungary.com, der Seite mit den Öffnungszeiten und den Besucherinformationen am 17. Oktober 2026. Angaben zu Ausstellung, Gebäude, Synagoge, Gedenkwand und Turm von den Seiten des Zentrums zur Dauerausstellung, zum Ausstellungssaal, zur Synagoge, zur Gedenkwand der Opfer, zum Turm der verlorenen Gemeinden und aus den ungarischen FAQ, alle gelesen am 17. Oktober 2026.
Gut zu wissen
Was kostet der Eintritt ins Holocaust-Gedenkzentrum Budapest?
Die Dauerausstellung kostet 3.600 Ft (ca. 10 €), ermäßigt 1.600 Ft (ca. 4 €). Nur die Wechselausstellung kostet 1.500 Ft, das Kombiticket für beide 4.000 Ft (ca. 11 €). Ermäßigt zahlen EWR-Bürger unter 26 und über 62 sowie bis zu zwei Erwachsene, die mindestens zwei Minderjährige begleiten. Bezahlen kannst du bar, mit Karte oder online.
Hat das Holocaust-Gedenkzentrum samstags geöffnet?
Nein. Samstags ist immer geschlossen, Sonntag bis Freitag ist von 10:00 bis 18:00 Uhr offen, die Kasse schließt um 17:00 Uhr. Dazu kommen einzelne zusätzliche Schließtage, die das Zentrum auf seiner Nachrichtenseite ankündigt; im Herbst 2026 lagen sie im September und Anfang Oktober.
Wie viel Zeit braucht man für das Holocaust-Gedenkzentrum?
Plane etwa zwei Stunden für die Dauerausstellung, die restaurierte Synagoge und die Gedenkorte im Hof ein. Die unterirdischen Räume arbeiten mit viel Text und Filmmaterial, und der Rundgang endet in der Synagoge, wo du dich vor dem Rückweg in Ruhe hinsetzen kannst.
Ist das Holocaust-Gedenkzentrum für Kinder geeignet?
Das Zentrum empfiehlt die Dauerausstellung ab 12 Jahren, auf der englischen Ticketseite steht, sie sei unter 14 nicht empfohlen. Gezeigt werden Originalfilme und Fotos von Verfolgung und Mord, ohne Abmilderung. Mit jüngeren Teenagern lohnt es sich, vorher darüber zu sprechen.
Gibt es freien Eintritt im Holocaust-Gedenkzentrum?
Ja. An den Nationalfeiertagen, dem 15. März, dem 20. August und dem 23. Oktober, kommen alle kostenlos hinein. Am letzten Sonntag jedes Monats ist der Eintritt frei für EWR-Bürger unter 26 und für Minderjährige mit bis zu zwei Begleitpersonen. Die Gedenkwand und der Turm der verlorenen Gemeinden im Hof brauchen gar kein Ticket.
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