Ügetőszilveszter im Kincsem Park: Pferderennen zu Silvester in Budapest
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22 Uhr, und Silvester im Kincsem Park ist schon vorbei. Bei der letzten Ausgabe öffneten die Tore um 13 Uhr, die Rennen liefen ab 14 Uhr, das Feuerwerk stieg um 20:50 Uhr, und dann machte die Rennbahn zu, während der Rest der Stadt noch überlegte, wo er zur Mitternachtsstunde stehen will. Der Veranstalter nennt es selbst die größte Open-Air-Vorfeier Budapests, und für einmal trifft die eigene Werbung den Nagel auf den Kopf.
Wer das einmal verstanden hat, ordnet den Tag richtig ein: Kein Countdown-Event, sondern die Station davor. Und das jedes Jahr am 31. Dezember, nicht an irgendeinem Wochenende in der Nähe.
Foto: Kispados via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Ügetőszilveszter im Kincsem Park am 31. Dezember 2012, im Nebel jenes Jahres. Die Bedingungen wechseln.
So läuft der Nachmittag ab
Die letzte Ausgabe lief so: Tore um 13 Uhr, Rennen ab 14 Uhr, Feuerwerk um 20:50 Uhr, Schluss um 22 Uhr. Die nächste steht im vorläufigen Kalender des Veranstalters für den 31. Dezember, Preise und Zeitplan gibt es dafür noch nicht, nimm diese Zahlen also als Form des Tages und nicht als Fahrplan für dieses Jahr.
Auf der Karte standen zehn Trabrennen und drei Windhundrennen, dazwischen liefen ein Pony-Superfinale, eine puszta-ötös-Reitvorführung, prominente Fahrer, die Verleihung des Pferds des Jahres, DJ-Sets und ein Mirror Man, der durchs Gelände zog. Essen kommt vom Gastro-Hof und von rund zehn Kincsem-Ständen mit Glühwein und Kürtőskalács-Nachbarn, und wer lieber sitzt, geht in die Kincsem Music Bar oder nach oben ins Panoráma-Restaurant.
Genau dieses Restaurant wird von Besuchern öfter erwähnt als alles andere auf dem Gelände: die Küche, der Tischservice, dazu ein Blick direkt auf die Bahn. An einem kalten letzten Dezembertag ist drinnen sitzen und von oben zuschauen kein schlechter Plan.
Traben statt Galopp
Was Erstbesucher überrascht: Das Pferd wird nicht geritten.
Es zieht einen leichten zweirädrigen Wagen, den Sulky, auf dem der Fahrer hinter dem Pferd sitzt, und muss die ganze Strecke über im Trab bleiben. Fällt ein Pferd in den Galopp, gibt das eine Strafe. Der Rest funktioniert, wie du es erwartest: Wer zuerst durchs Ziel kommt, gewinnt. Der Veranstalter selbst bringt es so auf den Punkt, dass die Regeln einfach sind und das schnellste Pferd mit einem Fahrer, der es unter Kontrolle hat, gewinnt, für einen ersten Besuch reicht genau das.
Übers Jahr laufen im Kincsem Park drei Disziplinen, Galopp, Traben und Windhundrennen, und der 31. Dezember ist der Tag der Traber.
Die Preise im Überblick
Die folgenden Zahlen stammen von der letzten Austragung. Für die nächste Ausgabe hat der Veranstalter noch keine Preise veröffentlicht, der Vorverkauf startet erfahrungsgemäß im Herbst, betrachte die Tabelle also als Preisgefüge und nicht als aktuelles Angebot.
| Ticketstufe | Erwachsene | Studierende |
|---|---|---|
| Frühester Vorverkauf | 5.000 Ft (ca. 14 EUR) | 4.000 Ft (ca. 11 EUR) |
| Zweite Vorverkaufsstufe | 6.500 Ft (ca. 18 EUR) | 5.000 Ft (ca. 14 EUR) |
| Regulärer Vorverkauf | 8.000 Ft (ca. 22 EUR) | 6.000 Ft (ca. 16 EUR) |
| An der Tageskasse, 31. Dezember | 9.000 Ft (ca. 25 EUR) | 7.000 Ft (ca. 19 EUR) |
Die Preise stehen in HUF, das zahlst du auch an der Kasse. Umgerechnet mit 1 EUR = 364 HUF, EZB-Kurs vom 6. August 2026. Der Kurs schwankt, die umgerechneten Beträge sind also Richtwerte.
Kinder unter 14 kommen gratis rein. Falls du irgendwo unter 18 liest, ist die Quelle veraltet. Vorverkaufstickets laufen über Cooltix, und die Lücke zwischen frühester Stufe und Tageskasse ist fast doppelt so groß, ein klarer Fall für Frühbucher.
Eine Zahl, bei der du misstrauisch sein solltest: 2.000 Ft. Sie steht auf einer alt aussehenden, aber evergreen wirkenden Seite und wird von Listing-Portalen brav weiterkopiert, dabei ist sie seit Jahren nicht mehr aktuell. Wer danach budgetiert, liegt an der Kasse um mehr als das Vierfache daneben.
So funktioniert das Wetten
Wetten ist an diesem Tag kein Beiprogramm, sondern die Hauptsache, und es gilt strikt ab 18.
Der Mindesteinsatz liegt bei 500 Ft. Die Wettarten sind die bekannten, Sieger, Platz, Zweier- und Dreierwette, dazu läuft ein Jackpot-Pool über die heimischen Rennen. Bar funktioniert überall auf dem Gelände. Kartenzahlung gibt es nur an ausgewiesenen Kassen und erst ab 2.000 Ft, Bargeld ist also die sicherere Wahl.
Praktisch ist dabei: Die Kassiererinnen und Kassierer bedienen den ganzen Tag Leute, die keine Ahnung haben und kein Ungarisch sprechen. Deutsch und Englisch werden am Schalter in der Regel abgedeckt.
Kinder am Rennbahn-Nachmittag
Es ist ein familienfreundlicher Nachmittag rund um ein Wett-Event für Erwachsene, und beides ist gleichzeitig wahr.
Dafür spricht: Kinder unter 14 zahlen nichts, und die letzte Ausgabe bot Ponyrennen, eine Schatzsuche für die Kleinsten, ein Karussell und eine Fotobox. Hunde sind an der Leine und mit Maulkorb willkommen, nur nicht im Windhundstadion, während dort gelaufen wird.
Dagegen spricht: Die Wetten sind ab 18 und stehen im Zentrum des Tages, und sobald es dunkel wird, verschiebt sich die Stimmung Richtung Glühwein, Sekt und DJ-Sets. Mit Kindern kommst du am besten am Nachmittag und gehst, bevor der Abend kippt. Wer mit einem Fünfjährigen bis zum Feuerwerk bleiben will, landet bei einer ganz anderen Veranstaltung.
So kommst du hin
M2 bis Pillangó utca. Die Rennbahn liegt an der Albertirsai út 2-4 im X. Bezirk, direkt neben dem Hungexpo-Gelände, von der Station aus rund zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß, je nachdem, welches Tor du ansteuerst.
Lass das Auto stehen. An normalen Renntagen gibt es Parkplätze vor Ort, aber für Silvester stellt der Veranstalter klar, dass es dort keine gibt, und bittet um Anreise zu Fuß, mit Öffis oder Taxi. Er nennt alle drei gleichrangig, ein Taxi bis zum Tor ist also genauso gemeint wie die Metro.
Kincsem: das Pferd, das dem Park seinen Namen gab
Kincsem heißt so viel wie “mein Schatz”, und sie hat einen ernsthaften Anspruch darauf, das beste Rennpferd zu sein, das je gezüchtet wurde.
Geboren im März 1874 in Tápiószentmárton, lief sie zwischen 1876 und 1879 und gewann alle 54 Starts. Nicht die meisten. Alle. Mit fünf ging sie unbesiegt in Rente, und dieser Rekord steht bis heute, mit deutlichem Abstand zu allem danach. Ihr Züchter Ernő Blaskovich behielt sie nur, weil Baron Orczy sie sich ansah und ablehnte, was zeigt, was die Fachleute von einer unscheinbaren Fuchsstute ohne weiße Abzeichen hielten. Ihr englischer Trainer Robert Hesp sah das anders.
Sie startete in Deutschland und Österreich-Ungarn, und ihr bekanntester Sieg war der Kaiserpreis 1877 in Wien, verfolgt von Kaiser Franz Joseph. Sie starb 1887. Im Park stehen heute Statuen von ihr und von Imperiál, dazu gibt es einen ungarischen Film über sie aus dem Jahr 2017, der zur Entstehungszeit der teuerste je in Ungarn produzierte war.
Die Rennbahn selbst öffnete am 10. Mai 1925 und trägt ihren Namen seit 1977. Die Tribüne fasst 3.500 Zuschauer.
Bevor du losfährst
Der Veranstalter pflegt einen wirklich brauchbaren englischen Bereich zu den Rennarten, der Bahn, der Adresse und den Öffnungszeiten, mehr als die meisten ungarischen Sportstätten bieten. Die Silvester-Eventseite führt Adresse und Anfahrt ebenfalls auf Englisch. Nur auf Ungarisch bleibt die kommerzielle Hälfte: die Ticketstufen, die Verkaufsstarts und der Checkout selbst.
In der Praxis heißt das: Du kannst einfach hinkommen, an der Kasse zahlen und einen tollen Nachmittag haben, ganz ohne Ungarischkenntnisse. Was schwerer geht, ist die Vorausplanung auf Deutsch. Der Weg dorthin: kincsempark.hu im Herbst im Auge behalten, sobald der Vorverkauf startet, einen Übersetzer über die Ticketseite laufen lassen und früh kaufen, denn die Tageskasse ist die mit Abstand teuerste Art hineinzukommen.
Und weil hier schon um 22 Uhr Schluss ist, brauchst du noch einen Plan für Mitternacht. Wie du dorthin kommst, ohne in die Metro-Bußgeld-Falle zu tappen, steht in unserem Guide dazu, wer an der Kasse oder im Restaurant unsicher ist, wie viel Trinkgeld in Ungarn üblich ist, findet die Antwort dort, und für die Tage davor lohnt sich ein Blick auf die Weihnachtsmärkte in Budapest.
Gut zu wissen
Wann findet Ügetőszilveszter im Kincsem Park statt?
Immer am 31. Dezember, ausnahmslos, seit über zwanzig Jahren. Es ist kein bewegliches Wochenend-Event, sondern an das Kalenderdatum gebunden. Im vorläufigen Rennkalender 2026 des Veranstalters ist der 31. Dezember bereits dafür markiert. Der Ticketverkauf startet im Herbst, und auf kincsempark.hu tauchen Termin und Preis zuerst auf, vor jeder Listing-Seite.
Geht das Silvester-Rennen im Kincsem Park bis Mitternacht?
Nein, und genau das verwechseln die meisten. Bei der letzten Ausgabe öffneten die Tore um 13 Uhr, die Rennen starteten um 14 Uhr, das Feuerwerk ging um 20:50 Uhr hoch, und um 22 Uhr war Schluss. Der Veranstalter beschreibt es selbst als größte Open-Air-Vorfeier Budapests, und das passt: Hier verbringst du den Nachmittag und frühen Abend, für Mitternacht brauchst du einen anderen Plan.
Was kostet der Eintritt zu Ügetőszilveszter?
Bei der letzten Ausgabe zahlten Erwachsene 9.000 Ft an der Tageskasse, Studierende 7.000 Ft. Im Vorverkauf war es deutlich günstiger, ab 5.000 Ft in der frühesten Stufe, mit steigenden Preisen Richtung Herbst. Kinder unter 14 kommen gratis rein. Vorsicht bei alten Listings: Eine 2.000-Ft-Zahl geistert noch herum, die ist um mehr als das Vierfache veraltet.
Was ist Trabrennen, und wie unterscheidet es sich von normalem Pferderennen?
Das Pferd wird nicht geritten. Es zieht einen leichten zweirädrigen Wagen namens Sulky, auf dem der Fahrer sitzt, und muss die ganze Strecke im Trab bleiben statt zu galoppieren. Fällt ein Pferd in den Galopp, gibt es eine Strafe. Ansonsten läuft es wie erwartet: Wer zuerst durchs Ziel kommt, gewinnt. Von der Tribüne aus sieht es aus wie normales Pferderennen, die Gangart ist die eine Regel, auf die es ankommt.
Kann man im Kincsem Park wetten, auch ohne Erfahrung?
Ja. Der Mindesteinsatz liegt bei 500 Ft, es gibt die üblichen Wettarten wie Sieger, Platz, Zweier- und Dreierwette, und an den Schaltern werden den ganzen Tag Leute bedient, die kein Ungarisch sprechen und nicht wissen, wie es geht, Deutsch und Englisch sind in der Regel abgedeckt. Bar geht überall, Kartenzahlung nur an bestimmten Kassen und erst ab 2.000 Ft. Gewettet werden darf ab 18.
Ist Ügetőszilveszter etwas für Kinder?
Es ist ein familienfreundlicher Nachmittag rund um ein Wett-Event für Erwachsene, und beides stimmt gleichzeitig. Dafür spricht: Kinder unter 14 sind gratis dabei, und die letzte Ausgabe bot Ponyrennen, eine Schatzsuche für die Kleinsten, ein Karussell und eine Fotobox. Dagegen spricht: Die Wetten sind ab 18 und stehen im Zentrum des Tages, und zum Abend hin wird aus der Stimmung eine Trinkrunde mit Glühwein und DJ-Sets. Der Nachmittag ist der Teil für Kinder.
Wie kommt man zum Kincsem Park?
Mit der M2 bis Pillangó utca. Die Rennbahn liegt an der Albertirsai út 2-4 im X. Bezirk, direkt neben dem Hungexpo-Gelände, von der Station aus rund zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß. Für den Silvesterabend gilt zusätzlich: Der Veranstalter stellt klar, dass es vor Ort keine Parkplätze gibt, und bittet um Anreise zu Fuß, mit Öffis oder Taxi, Autofahren ist an diesem Tag also die einzige Option, die du streichen kannst.
Wer war Kincsem?
Das beste Rennpferd, das Ungarn je hervorgebracht hat, und nach den Zahlen wohl das beste, das je gelaufen ist. Geboren im März 1874 in Tápiószentmárton, bestritt sie zwischen 1876 und 1879 54 Rennen und gewann jedes einzelne, bis heute die längste ungeschlagene Serie im Rennsport. Ihr bekanntester Sieg war der Kaiserpreis 1877 in Wien, verfolgt von Kaiser Franz Joseph. Sie war eine unscheinbare Fuchsstute ohne weiße Abzeichen, als Jungpferd als gewöhnlich abgetan, und im Park, der ihren Namen trägt, steht heute eine Statue von ihr.